
Die Einspeisevergütung ist seit Jahren ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Sie garantiert Betreibern von Photovoltaikanlagen über 20 Jahre hinweg feste Einnahmen für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom. Doch nun stehen große Veränderungen bevor: Während die Bundesregierung über ein mögliches Ende der festen Förderung diskutiert, zeichnen sich ab 2026 deutliche Verschärfungen der Rahmenbedingungen ab.
1. Sinkende Vergütungssätze:
Die Vergütungshöhe wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Seit dem 31. Januar 2024 sinken die Fördersätze alle sechs Monate um ein Prozent – ein Mechanismus, der auch 2026 fortgeführt wird.
Für neue PV-Anlagen bis 10 Kilowattpeak (kWp) gelten voraussichtlich folgende Vergütungssätze bei Inbetriebnahme zwischen dem 1. Februar und 31. Juli 2026:
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Teileinspeisung (Eigenverbrauch): 7,78 Cent/kWh (vorher 7,86 Cent/kWh)
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Volleinspeisung: 12,35 Cent/kWh (vorher 12,47 Cent/kWh)
Ab August 2026 folgt die nächste Senkung um ein Prozent – die Teileinspeisung würde dann nur noch 7,70 Cent/kWh betragen.
Damit wird klar: Wer seine Anlage frühzeitig installiert, sichert sich dauerhaft höhere Vergütungssätze.
2. Neue und verschärfte Regeln ab 2026
Neben den sinkenden Fördersätzen treten 2026 weitere Regelungen in Kraft, die die Wirtschaftlichkeit neuer PV-Anlagen erheblich beeinflussen.
Ende der Vergütung bei negativen Strompreisen
Bereits seit Ende Februar 2025 erhalten Betreiber keine Einspeisevergütung mehr, wenn an sonnigen Tagen der Börsenstrompreis negativ ist – also ein Überschuss im Netz besteht. In diesen Zeiten sollen Betreiber den Strom lieber speichern und selbst nutzen.
Ab 2026 weitet sich diese Regel auch auf alle Anlagen unter 400 kWp aus. Das ist relevant, denn schon 2024 gab es 457 Stunden mit negativen Preisen – eine Tendenz, die mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zunimmt. Zwar können diese Stunden am Ende der 20-jährigen Vergütungsperiode nachgeholt werden, kurzfristig mindern sie jedoch die Einnahmen.
Die Smart-Meter-Falle: 60%-Drosselung
Eine weitere Neuerung betrifft die technische Ausstattung:
Neue PV-Anlagen dürfen künftig nur noch 60 % ihrer Leistung einspeisen, solange der Haushalt nicht mit einem Smart Meter und einer Steuerbox ausgestattet ist.
Ohne diese Technik gehen bei einer 10-kWp-Anlage rund 4 kWp Einspeiseleistung verloren – es sei denn, der Betreiber investiert in ein intelligentes Messsystem, das 2.000 bis 3.000 Euro kosten kann.
Für Anlagen mit Batteriespeicher ist dieser Punkt meist unproblematisch, da der Eigenverbrauch ohnehin im Vordergrund steht. Kleine Balkonanlagen unter 2 kW bleiben von dieser Regelung vorerst ausgenommen.
3. Das drohende Ende der festen Einspeisevergütung
Am deutlichsten zeichnet sich der Wandel in der politischen Debatte ab.
Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) hat angekündigt, die feste Einspeisevergütung für neue kleine PV-Anlagen aus Kostengründen abschaffen zu wollen.
Ihre Argumentation:
Private Solaranlagen seien inzwischen auch ohne Förderung wirtschaftlich, während die Vergütung von Ökostrom den Bundeshaushalt mit Milliardenbeträgen belaste. Zudem führe die unkontrollierte Einspeisung zu Systemkosten und Netzüberlastungen.
Der geplante Systemwechsel:
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Neue Anlagenbetreiber sollen ihren Solarstrom künftig eigenständig am Energiemarkt verkaufen – und damit den volatilen Marktpreisen ausgesetzt sein.
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Förderungen sollen marktorientierter gestaltet werden.
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Eine gesetzliche Neuregelung der Einspeisevergütung ist bis Ende 2026 ohnehin erforderlich, auch aufgrund europarechtlicher Vorgaben.
Wichtig: Bestehende PV-Anlagen bleiben vom Bestandsschutz erfasst – für sie gilt die garantierte Vergütung weiterhin für 20 Jahre.
Die Solarbranche reagiert alarmiert: Sie befürchtet einen deutlichen Nachfragerückgang, sollte die feste Vergütung wegfallen.
Ein weiterer Effekt wäre der Verlust der Mehrwertsteuerbefreiung (0 %), was neue Anlagen um fast 20 % verteuern würde.
Fazit: Eigenverbrauch wird zum Schlüssel
Die Richtung ist klar: Die Zukunft liegt nicht mehr in der reinen Einspeisung, sondern im intelligenten Eigenverbrauch.
Angesichts steigender Strompreise (aktuell ca. 36 Cent/kWh) ist jede selbst genutzte Kilowattstunde viermal so wertvoll wie eingespeister Strom.
Für Anlagenbetreiber bedeutet das:
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Batteriespeicher werden unverzichtbar – sie erhöhen den Eigenverbrauch von rund 30 % auf bis zu 80 %.
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Intelligente Systeme wie Wärmepumpen, Wallboxen und Energiemanagementlösungen steigern die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.
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